Bankenstrategie: Neue Felder besetzen ?

Partnerbeitrag: www.bankenundpartner.de

Die großen Herausforderungen unserer Zeit machen auch vor den deutschen Banken nicht halt. Die Institute werden sich daher grundlegend ändern müssen, wollen sie weiterhin im Markt bestehen.

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Ein Kommentar zum Thema von Margaretha Hamm, Chefredakteurin „Banken+Partner“:

Taktik ersetzt keine Strategie

Digitalisierung, Omnichannel-Banking, Mobile-Services, Blockchain, Banken als Plattform, Automatisierung, Robotic Process Automation: Das sind nur ein paar der Schlagworte, die die Banken und Sparkassen im Augenblick bewegen. Das Rad der Veränderung dreht sich immer schneller und wer da noch mithalten will, kommt oft außer Atem.

Hinzu kommt die weiterhin zunehmende Regulatorik mit PSD2, MiFID II oder AnaCredit. Und kaum ist eine Vorgabe umgesetzt, folgt schon die nächste – aus Basel III wird Basel IV und kaum ist die 4. EU- Geldwäscherichtlinie in Kraft, steht schon die 5. bevor.

Da ist es kein Wunder, dass viele Kreditinstitute nur noch reagieren. Sie setzen das um, was als Nächstes auf der Agenda der Aufsicht steht, kümmern sich um die Probleme, die den größten Leidensdruck verursachen und übernehmen am liebsten die Lösung, die der Verband oder das eigene Rechenzentrum entwickelt hat.

Für strategische Überlegungen bleibt da häufig keine Zeit. Stattdessen herrscht die Taktik des sich Durchlavierens. Das kann sicherlich einige Zeit gut gehen, doch dauerhaft führt es dazu, dass das eigene Institut sein Profil und seine Unverwechselbarkeit verliert. Und das hat fatale Folgen für die Zukunft.

Wer keine eigene Strategie entwickelt hat, gleicht einem Bauherren ohne Plan. Natürlich kann auch er die vorhandenen Bausteine aufeinanderschichten – doch ob dabei letztendlich ein Haus mit einer ordentlichen Statik und einer vernünftigen Raumaufteilung herauskommt, steht auf einem anderen Blatt.

Sicherlich kann man auch den Plan eines Fertighauses übernehmen und sich auf eine übergeordnete Instanz verlassen. Doch schlussendlich muss auch solch ein Plan angepasst werden. Denn wie bei einem Hausbau der Untergrund immer anders ist, so sind auch bei einer Bank oder Sparkasse die regionalen Gegebenheiten unterschiedlich.

Für jeden einzelnen Vorstand eines Kreditinstituts bedeutet das, dass er eine grundlegende Aufgabe zu erfüllen hat: eine Strategie zu entwickeln, die das eigene Institut zukunftsfähig macht. Dazu kann auch gehören, einem Trend ganz bewusst nicht zu folgen oder ein Regulierungsvorhaben so umzusetzen, dass daraus neue Dienstleistungen und Services entstehen. Um diese Entscheidung treffen zu können, ist ein Masterplan notwendig. Denn nur wer weiß, wie das Ziel aussieht, kann die richtigen taktischen Mittel auswählen, um es zu erreichen.

Margaretha Hamm
Chefredakteurin „Banken und Partner“


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