Projekte mit Bi-Modaler IT – kennen Sie die nicht ?

Der Artikel in der Computerwoche „Ein bisschen bi schadet nie ganz im gegenteil sagt gartner“ ist schon ein paar Tage her (11.2015) aber das Thema ist aktueller denn je.

Im Fokus steht dabei die Tatsache, dass es gewachsene IT-Infrastrukturen gibt, die mit entsprechenden teils jahrzehntealten Kernsystemen arbeiten müssen versus aktuellen IT-Projekten die auf neuen Plattformen entstehen und mit den Kernsystemen meist über Schnittstellen verbunden sind.

Diese Situation führt in etablierten Unternehmen und nicht in den Start-Ups zu Herausforderungen die vor allem kulturell zu bewältigen sind. Den am Ende sind es immer die MItarbeiter die auf der Seite des „Kernsystems“ stehen das modernisiert werden muss und auf der anderen Seite die Mitarbeiter die z.B. auf mobilen Endgeräten völlig neue IT-Infrastrukturen schaffen (= ja auch mobile Endgeräte haben komplexe Infrastrukturen !).

Als Hybrid(denkender)Banker frage ich mich natürlich auch, wie kann mit dieser Situation umgehen. FinTechs brechen genau in diese Phalanx ein und nehmen sich aus dem Stück IT-Kuchen genau das, wo für die jeweilige Geschäftprozessanforderung passend ist. Dafür müssen sie keine Rücksicht auf „Kernsysteme“ nehmen bzw. nur die Schnittstelle dafür andocken. Dies ist aus meiner Sicht fachliche und technisch relativ einfach.

Wirklich herausfordernd wird das Thema, wenn man Prozesse in bestehende Infrastrukturen integrieren muss oder eine gewachsene IT-Infrastruktur hat. Denn in diesem Fall stellt man sich ja die Frage – wie sieht das perfekte Projektmodell dafür aus ?

Hier meine Definition: Das perfekte Projekt benutzt Agile Projektmethoden dokumentiert genausogut wie in einem Wasserfall Modell und schafft es im Mix zwischen IT und Fachbereich , das ganze Innovativ und permanent kollaborierend in weniger als 6 Monaten umzusetzen.

In Start-Ups mag die vorgenannte Definition des Projektmodells ja noch gut funktionieren, da hier keine über Jahre geschaffenen Berichts- und Silodenke manifestiert sind. Das ist auch der grosse Vorteil, wenn man Themen isoliert und ohne Rücksicht auf Kollegen in anderen Bereichen starten kann.

In Firmen mit etabliert langjähriger IT-Infrastruktur sieht das anders aus. Denn was passiert, wenn man die Anwendung die neu entsteht integrieren muss ? Was passiert, wenn ein Projekt nicht in 12 sondern in 6 Monaten realisiert sein muss ?

Jetzt kommt die Idee von Gartner zum tragen, in dem Artikel wird das alte Japan bemüht um die IT der zwei Geschwindigkeiten zu beschreiben: Samruai + Ninja als methodische Anleihe für die Vorgehensweise in IT-Projekten. Vormals war es noch der Marathonläufer gegen den Sprinter (früherer Vergleich von Gartner) sondern jetzt sind es zwei Arbeitsweisen die zwar das gleiche Ziel haben aber unterschiedlich Lösungswege verfolgen.

Für mich klingt das schon sehr kompliziert und ich würde dafür lieber folgende Strategie anwenden:

GMV = Gesunder Menschen Verstand

Manchmal bedarf es nicht unbedingt der komplexesten Vorgehensmodelle oder dem Versuch wissenschaftlicher Methodiksuche.

Es geht auch einfacher:

  1. Was ist das Ziel ?
  2. Bis wann muss es erreicht werden ?
  3. Welchen Menschen traue ich zu, dies umsetzen zu können ?
  4. Wieviel Freiraum brauchen diese Menschen um das Ziel zu erreichen ?

Ausgehend von einer ausreichenden Beantwortung dieser Fragestellungen bedarf es anschliessend eines Mangements das dann diesen Menschen das Vertrauen schenkt das richtige zu tun.

Ein Projekt in der neuen „Bi-Modalen“ Welt der IT wird dann erfolgreich:

  • Wenn praktisches tun mit entsprechender Erfahrung einen gleichen Stellenwert hat wie Theoretische Ansätze
  • Das Management Wertschätzung nur als Worthülse versteht – sowohl bei neuen als auch bei erfahrenen Mitarbeitern
  • unter gegebenen neuen Zielen Mut zur Kulturveränderung besteht und dies erlebbar wird
  • Menschen bereit sind sich zu ändern und neuen Herausforderungen zu stellen
  • Unternehmensleitung bereit sind Lücken und Unsicherheiten zu akzeptieren
  • Der Geschäftserfolg im Sinne einer kundenzentrierten Strategie im Mittelpunkt steht
  • Keine Gewinnmaximierung auf Kosten der Nachhaltigkeit

Ein komplexes aber lösbares Thema für die Steurung von IT-Systemen in einer sich verändernden Wirtschaftswelt.

Wie denken Sie darüber ? Haben Sie ein Patentrezept ? Ich bin neugierig – kommentieren Sie einfach…

Ihr Hybridbanker

 


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