Facebook – The future is private!

Auf der Entwicklerkonferenz von Facebook in San José, Kalifornien hat Facebook-Chef und -Gründer Mark Zuckerberg um neues Vertrauen geworben. Er verstehe, dass sein Unternehmen, zu dem auch Instagram und WhatsApp gehören, zur Zeit kein großes Vertrauen genieße, wolle aber beweisen, dass er das Thema Privatsphäre ernst nehme. Die Neuausrichtung werde zahlreiche Änderungen erforderlich machen. Entwickler müssten sich darauf einrichten, in Zukunft deutlich weniger Zugang zum Datenpool der Plattform zu erhalten. Wichtig solle für den kalifornischen Konzern ab sofort vor allem eine Botschaft sein: “The Future is private – Die Zukunft ist privat”!

Transparenzoffensive

Der kalifornische Konzern hat angekündigt, ein Tool zu implementieren, das es den Nutzern erlauben soll, die Verknüpfung von Daten, die via Facebook-Pixel abseits der Plattform gesammelt werden, mit den zugehörigen Facebook-Profilen der Nutzer zu deaktivieren. Nehmen User diese Möglichkeit wahr, so wird der Facebook-Pixel im Einzelfall unbrauchbar. Das Tool soll in erster Linie für mehr Transparenz sorgen und den Usern mehr Kontrolle über ihre persönlichen Daten verleihen. Unternehmen, die den Pixel für ihr Marketing nutzen, sollen im Falle einer Deaktivierung keine Einblicke mehr in verwendete Apps oder besuchte Seiten bekommen. Der kalifornische Konzern rät Werbetreibenden dazu, diese Neuerung in den Strategien für zukünftige Kampagnen und Werbemaßnahmen unbedingt zu berücksichtigen. Allerdings sind deutschen Unternehmen solche Einschränkungen seit der Verabschiedung der neuen europäischen DSGVO bereits bekannt – sie sollten daher als Chance wahrgenommen werden, Kommunikationsmaßnahmen endlich zu überdenken und loyale Kunden zu gewinnen.

Messenger mit End-to-End Verschlüsselung

Zum großen Standbein ausgebaut werden soll vor allem die Facebook Messenger-App, die momentan auf 1,3 Milliarden aktive Nutzer im Monat kommt und von Grund auf neu programmiert worden ist. Sie soll auf eine sichere End-to-End-Verschlüsselung umgestellt werden, auf deren Nachrichten nicht einmal der kalifornische Konzern selbst Zugriff hat. Nachrichten sollen sich dann unwiederbringlich löschen lassen. In Zukunft soll der Messenger auch Nutzer erreichen können, die bei Instagram und WhatsApp registriert sind, aber keinen Facebook-Account haben.

Den User im Fokus

Womit Unternehmen, die die Plattform für ihr Marketing nutzen nun zu rechnen haben, hat der kalifornische Konzern in mehreren Punkten zusammengefasst. So möchte Mark Zuckerbergs Unternehmen mit seiner neuen Informationspolitik über die Daten, die verwendet werden um Werbung anzuzeigen, dazu beitragen, dass die User ihre Privatsphäre als gewahrt sehen und grundsätzlich ein besseres Gefühl bekommen. Unternehmen auf der anderen Seite profitieren von mehr Transparenz, weil die Facebook-Nutzer in Zukunft aktiv selbst entscheiden können, von wem sie Nachrichten und Werbung erhalten möchten. Auch in die Nutzung der Business-Tools sollen die User Einblick erhalten, um besser zu verstehen, welche Daten wofür verwendet werden.

Fazit

Die Analyse-Features der Plattform sollen ohne Beeinträchtigung weiter funktionieren. Die Daten der User werden absolut anonymisiert erhoben, so dass persönliche Daten wie Name oder Telefonnummer weiterhin geschützt sind. Dennoch dürfte so manches Unternehmen gegenüber Facebooks Beschneidung des Retargetings skeptisch sein: Denn der kalifornische Konzern sagt über sich selbst, vom Anzeigengeschäft abhängig zu sein, um die Plattform für User kostenfrei zu halten. Sollte das Erreichen der Kunden künftig erschwert sein, könnten Unternehmen ihre Budgets auf andere Plattformen verschieben. Gewinnen werden aber auch weiterhin die Unternehmen, welche es mit durchdachten Kampagnen schaffen, ihren Kunden auch über die Inhalte ihrer Werbeanzeigen einen echten Mehrwert zu bieten.

Die Gastautoren

Giacomo Pasimeni und Florian Sorger sind Unternehmer, Blogger und Freunde klarer Worte. Mit ihrer Agentur neusprech Kommunikation unterstützen sie Unternehmen auch bei der Kommunikation auf Facebook, Instagram, LinkedIn und Co.

www.neusprech-kommunikation.de


Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published / Required fields are marked *

PUTZ Digital Transformation